Stift Geras

Gelebte Vermittlung

Warum eine byzantinische Kapelle im Stift Geras?

Stift Geras hat besonders durch seine Lage an der Grenze zum ehemaligen Großmährischen Reich, das von den Slawenaposteln Kyrill und Method missioniert wurde und durch das Wirken des "Speckpaters" Wernenfried van Straaten OPraem, eine besondere Rolle und Aufgabe als "grenzüberschreitendes" Kloster und damit auch als Brücke der Ökumene zwischen Ost und West. Geleitet von der Überzeugung, dass Versöhnung und Einheit nur durch eine "Ökumene der Spiritualität" zustande kommen kann, versuchen wir in Geras eine auf dem Schatz der liturgischen Tradition des Ostens basierende Ökumene zu verwirklichen: "Diversa - sed non adversa!" - (Verschiedenes - aber nicht Gegensätzliches!)

Schon im Jahre 1986 hatte der nunmehrige Abt des Stiftes Geras, Archimandrit Michael K. Proházka O.Praem., die Idee, die nur mehr selten benutzte "Norbertikapelle" oberhalb des Kreuzschiffes der Stiftsbasilika als ostkirchliche Kapelle für die zahlreichen Teilnehmer an den Ikonenkursen des Stiftes zu adaptieren. Die edle Schlichtheit und die wunderbare Akustik des Raumes schienen dafür ideal geeignet. Als Abt Michael Proházka O.Praem. im Jahre 2005 von seiner Tätigkeit als Vizerektor im Collegium Orientale zurpckkehrte, konnte das über lange Zeit geplante Projekt mit Unterstützung des damaligen Administrators des Stiftes, Abt Mag. Martin Felhofer aus Kloster Schlägl, zügig in Angriff genommen werden.

 

So entstand ein kleines Juwel einmalig und einzigartig in Österreichs Klöstern, offen für alle Besucher unseres Klosters, ein Fenster zum Himmlischen, eine Oase für alle Suchenden!

 

 

 

Die Osternacht 2011 in der byzantinischen Kapelle
Ein Erlebnisbericht von frater Bernhard

 

Phos ilaron PHOS ILARON
Mitteilungsblatt des Vereins zur Förderung der byzantinischen Kapelle zur
Hl. Auferstehung Christi und des Sel. Jakob Kern im Stift Geras

01 / 2010

Liebe Mitglieder und Freunde!
phos ilaronEin großes Fest durften wir in Freude und Dankbarkeit feiern: Die feierliche Weihe der Ikonostase in unserer byzantinischen Kapelle am 23. Januar 2010 durch Seine Seligkeit, Gregorios III., melkitischer Patriarch von Antiochien, Alexandrien, Jerusalem und dem Ganzen Orient. In diesem Zusammenhang plädierte der Patriarch für eine verstärkte Begegnung zwischen Ost- und Westkirche. Er sagte: »Hier ist eine Stätte der Begegnung von Ost und West. Denn was uns verbindet ist mehr als das, was uns trennt.« Die Kapelle soll ein Zeichen sein, dass die katholische Kirche »mit beiden Lungenflügeln atmet« und unser Stift möchte so seine Brückenfunktion zwischen Ost und West wahrnehmen.

  • Was ist eine Ikonostase?

Eine Ikonostase ist eine mit Ikonen geschmückte Wand, die sich zwischen dem  inneren Kirchenschiff (den Naós) und dem Altartraum (Templon oder Allerheiligstes genannt) befindet. Bei der Liturgie und auch bei anderen Gottesdiensten werden die drei in der Ikonostase eingebauten Türen verwendet, um die Prozessionen des Wortgottesdienstes und der Eucharistiefeier zu gestalten. Dabei dürfen wir aber nicht an eine Trennwand, wie es der Lettner in den mittelalterlichen Kirchen war denken, die Ikonostase ist vielmehr eine Vergegenwärtigung der gesamten Heilsgeschichte, »ein Evangelium in Farbe« – wie es Patriarch Gregorios III. bei der Weihe ausdrücklich hervorhob. Die Ikonostase zieht eine Grenze zwischen der göttlichen und der geschaffenen Welt, ist aber auch ein Abbild der himmlischen Kirche mit unserem Herrn Jesus Christus als ihr Haupt. Die Ikonostase ist mit ihren Ikonen dem Teil der Kirche zugewandt, wo die Betenden stehen. Dadurch steht die Versammlung der Gläubigen während des Gottesdienstes gleichsam von Angesicht zu Angesicht der Versammlung der »Himmelsbewohner« gegenüber, die in den Bildern der Ikonostase geheimnisvoll anwesend sind.
Die Ikonostase ermöglicht erst ein richtiges Verständnis des Zusammenspiels von Himmel und Erde, wie es in der Göttlichen Liturgie, der Eucharistiefeier der Ostkirche zum Ausdruck kommt. Die Ikonenwand trennt also gerade nicht die Gläubigen von den Priestern, sie verbindet das gemeinsame Volk Gottes mit  Jesus Christus, der  wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich ist. Aus all diesen erwähnten Gründen wird eine Ikonostase vom Bischof feierlich geweiht (mit Weihwasser besprengt und gesalbt) – etwa einer Glockenweihe im lateinischen Ritus vergleichbar.


Eine Ikonostase  besteht heute mindestens aus

  • der königlichen Tür und den Ikonen darüber
  • dem Paar Ikonen neben der königlichen Tür (rechts Christus, links die Gottesmutter)
  • der westlichen Tür
  • der östlichen Tür

In größeren Kirchen können sich nach oben und nach außen weitere Ikonen anschließen, wie die Ikone des Kirchenpatrons oder des Kirchenfestes, sowie anderer großer Kirchenfeste. Über der königlichen Tür befindet sich die Ikone des mystischen Abendmahles, auch Apostelkommunion genannt.
In der Mitte befindet sich die königliche Tür oder Pforte, durch die der Priester beim Kleinen Einzug mit dem Evangelienbuch Christus der Gemeinde bringt. Während der Eucharistie und insbesondere in der Osterzeit ist diese Tür offen und das Geschehen am Altar somit sichtbar. An den Türflügeln der königlichen Pforte ist immer die Verkündigungsszene dargestellt – als Zentrum und Pforte zu unserer Erlösung!  Die beiden äußeren Ikonen (rechts und links von den Diakonstüren) zeigen in Geras rechts das Hauptfest der Kapelle, die Auferstehung Christi, links ist die Verklärung Christi (6. August) dargestellt.

Der orthodoxe Priester, Philosoph  und Theologe Pavel Florenskij (1882–1937, der »russische Leonardo da Vinci«) schreibt dazu: »Die Ikonostase ist die Grenze zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Die Ikonostase ist eine Erscheinung von Heiligen und Engeln … eine Erscheinung der himmlischen Zeugen und vor allem der Gottesmutter und Christi selbst. Die Ikonostase schließt den Altarraum nicht von den Gläubigen in der Kirche ab, sondern eröffnet ihnen das geistige Wesen des Geschehens im Altarraum. Die Bilder der Ikonostase zeigen, wie der Mensch wird, wenn er sich mit Gott vereint.« (Die Ikonostase – Urbild und Grenzerlebnis im revolutionären Russland)

2. Schematischer Aufbau einer Ikonostase in ihrer so genannten Vollform – auch die Große Ikonostase genannt

phos ilaron
1 Mitteltür (Königstür, königliche Pforte mit der Darstellung der Verkündigung (a) und der Evangelisten (b‒e), 2 Bild des Abendmahls, 3 Säulen, 4 Ikone mit Christus, 5 Bild der Gottesmutter, 6 und 7 Nord- und Südtür mit Bildern der Erzengel oder heiliger Diakone, 8 Ikonen verschiedener Art, 9 Ikone des Kirchenpatrons 10 Querfries mit der Deesis, 11 Fries mit 12 bis 16 kleineren Ikonen der Hauptfeste des Kirchenjahres, 12 Darstellung der Propheten zu Seiten Marias, 13 Darstellung der Erzväter und anderer alttestamentlicher Gestalten zu Seiten der Trinität.

Im Pfarrbrief des Pfarrverbandes Geras hat es unser Prior und Stiftspfarrer Benedikt sehr schön ausgedrückt, wenn er die Gläubigen unserer Pfarren einlädt, indem er schreibt: »Vielleicht kann die Weihe der Ikonostase in Geras ein Anstoß dafür sein, einmal darauf zu achten, wie ehrfurchtsvoll wir in unsere Kirchen mit den Altären und dem Raum um ihn herum umgehen. Immerhin ist er jeweils das Zentrum der Pfarrgemeinde, die sonntags und wochentags Kraft durch die Feier der Eucharistie empfängt. Wenn wir die Heilige Messe feiern, die in unseren östlichen Schwesternkirchen die Göttliche Liturgie genannt wird, dann begegnet uns immerhin kein Geringerer als der Auferstandene selbst! Er möchte uns allen die verklärte Gestalt (seines Leibes) verleihen, die gerade in der Sprache der Ikonen so deutlich und einleuchtend (!) vor Augen geführt wird. Ehrlich gesagt, ziehen wir doch oft dem Glauben und der Kirche eine Grenze im Leben unseres Alltags. Die Weihe der Ikonostase in Geras kann eine Einladung sein, es einmal umgekehrt zu tun: Bewusst das Heilige ins eigene Leben einzulassen und alles Vergängliche hintan zu stellen.«

  1. Was  versteht man unter der melkitisch griechisch-katholischen Kirche?

Nikodemus C. Schnabel OSB

Die Bezeichnung Melkit ist in jüngerer Zeit zu einem feststehenden terminus technicus für einen arabischsprachigen Katholiken des byzantinischen Ritus geworden. Wenn im Nahen Osten heute von der »Melkitischen Kirche« die Rede ist, besteht bei allen Gesprächsteilnehmern kein Zweifel daran, dass damit die Griechisch-Katholische Kirche in der arabischsprachigen Welt gemeint ist. Dies war nicht in allen Zeiten so; denn ursprünglich wurden mit »melkitisch« alle Anhänger der Beschlüsse des Konzils von Chalkedon (451) bezeichnet. Da der oströmische Kaiser Protektor des Konzils von Chalkedon war, wurden seine Befürworter von den Gegnern als »kaisertreu« beschimpft, wie man das syrisch-arabische Lehnwort »melkitisch« treffend übersetzen kann. Heute sind mit dem Wort keinerlei abwertende Konnotationen verbunden: Es ist zu einer wertneutralen Konfessions-bezeichnung geworden.

Die Anfänge der Melkitischen Kirche können bereits im 12. Jahrhundert verortet werden. In dieser Zeit wurde im Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Antiochien dem Griechischen als Liturgiesprache schrittweise das Arabische an die Seite gestellt und es kam zu einer gewissen Absetzbewegung des Griechischen-Orthodoxen Patriarchats von Antiochien vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Interessanterweise entwickelten sich gute Beziehungen zwischen der Orthodoxen Kirche von Antiochien und den Lateinischen Kreuzfahrern, die zu dieser Zeit den Nahen Osten beherrschten. Besonders dem von den Lateinern eingesetzten Patriarchen – der Griechisch-Orthodoxe Patriarch von Antiochien lebte ja während der Kreuzfahrerherrschaft im Exil in Konstantinopel (bis 1268) – wurde großes Wohlwollen entgegengebracht.

Im 17. Jahrhundert konnte an diese weiter bestehende Offenheit gegenüber der westlichen Kirche angeknüpft werden, als immer mehr Ordensgemeinschaften aus Europa (besonders Kapuziner, Karmeliter und Jesuiten) auf dem Gebiet des Patriarchats von Antiochien tätig wurden und für eine Union mit Rom warben. Sie stießen bei nicht wenigen Hierarchen des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats auf offene Ohren. Namentlich muss Bischof Euthymios as-Saifi, der Erzbischof von Tyrus und Sidon genannt werden, der sich auf orthodoxer Seite ab 1700 sehr dafür einsetzte, die Gemeinschaft mit Rom voranzubringen.
Ein gewichtiger Grund für die positive Einstellung gegenüber einer Union mit Rom von nicht wenigen Bischöfen, Priestern und Gläubigen des Patriarchats von Antiochien lag in dem politischen Millet-System des Osmanischen Reiches: Alle orthodoxen Gläubigen galten als eine Millet, eine Volksgruppe, die dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel unterstanden und von ihm abhängig waren. Von einer Union mit Rom erhoffte man sich nicht nur größere politische und kirchliche Freiheiten, sondern auch eine Loslösung von der griechischen Kultur und Sprache. Es gab aber auch eine große Gruppe innerhalb des Patriarchats von Antiochien, die genau letzteres ablehnten, da sie eine weiter zunehmende Arabisierung ihrer Kirche verhindern wollten; sie kamen meist aus dem griechischen Sprachraum.

Zum eigentlichen Bruch zwischen der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und den Anhängern einer mit Rom unierten Kirche kam es im August 1724: Athanasios, der Griechisch-Orthodoxe Patriarch von Antiochien, verstarb und es musste ein Nachfolger gefunden werden. In Damaskus versammelten sich die Bischöfe, die einer Union mit Rom positiv gegenüberstanden, und wählten den Neffen von Bischof Euthymios, Seraphim Tanas, einen klaren Befürworter der Unionspläne, zum neuen Patriarchen Kyrillos VI. In Aleppo versammelten sich zur gleichen Zeit die meist aus Zypern stammenden unionskritischen Bischöfe, die ihrerseits ebenfalls einen neuen Patriarchen wählten, nämlich den zypriotischen Mönch Sylvester, der den Namen Jeremias III. annahm.
Jeremias III. wurde schließlich vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel zum neuen Griechisch-Orthodoxen Patriarchen von Antiochien ernannt. Die osmanischen Herrscher erkannten Jeremias als einzigen rechtmäßigen Nachfolger des verstorbenen Patriarch Athanasios an, während Kyrillos exkommuniziert und des Landes verwiesen wurde. Kyrillos nahm Zuflucht im Erlöserkloster bei Sidon im Libanon. Dort errichtete er seinen Patriarchatssitz. 1729 erkannte Papst Benedikt XIV. die Wahl Kyrillos VI. als rechtmäßig an und verlieh ihm als Zeichen der kirchlichen Einheit mit Rom das Pallium. Die Nachfolger von Kyrillos auf dem Patriarchenstuhl verstehen sich als rechtmäßige Nachfolger der Patriarchen von Antiochien und führen daher die Zählung der einzelnen Patriarchennamen weiter.
Umfasste die anfangs kleine Griechisch-Katholische Gemeinde in etwa nur das Gebiet der heutigen Staaten Syrien und Libanon, nahm ihre Zahl rasch zu, da vielen Gläubigen des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Antiochien die enge Kooperation ihrer Kirche mit den osmanischen Herrschern ein Dorn im Auge war. Als es in Ägypten zu Aufständen gegen das Osmanische Reich kam, wanderten zahlreiche melkitische Katholiken nach Palästina und Ägypten aus. 1772 wurden daher alle Katholiken des byzantinischen Ritus auf dem Gebiet der drei altkirchlichen Patriarchate Alexandrien, Antiochien und Jerusalem dem Melkitischen Patriarchen unterstellt. So dass bis heute der Melkitische Griechisch-Katholische Patriarch Oberhaupt aller arabischsprachigen Katholiken des byzantinischen Ritus ist, was in seinem Titel zum Ausdruck kommt, den er seit 1838 offiziell führt: »Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem«.
Durch die stetig wachsenden Zahl der Melkitischen Gläubigen sahen sich die osmanischen Herrscher gezwungen, ihre feindliche Haltung gegenüber der Griechisch-Katholischen Kirche zu überdenken: 1848 wurde sie schließlich von staatlicher Seite rechtlich anerkannt und der Melkitische Patriarch konnte seinen bislang provisorischen Amtssitz nahe Sidon nach Damaskus verlegen. In den darauf folgenden Jahren entwickelte sich die Melkitische Griechisch-Katholische so gut, dass sie bis heute die Zahl der Gläubigen der drei Griechisch-Orthodoxen Patriarchate von Alexandrien, Antiochien und Jerusalem übertrifft.

Seit ihrer Entstehung gab es innerhalb der Melkitischen Kirche verschiedenen Strömungen, die um ein angemessenes Verhältnis von Nähe und Distanz zur Römisch-Katholischen Kirche rangen: Während sich eine Seite für eine stärkere Anbindung aussprach, verteidigte die andere das spezifisch ostkirchliche Erbe in Liturgie und Theologie. So gehörte Patriarch Gregorios II. Youssef auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (1869/70) zu den schärfsten Kritikern der Konstitution Pastor aeternus, in der die Unfehlbarkeit des Papstes und dessen universaler Jurisdiktionsprimat definiert wurden. Vor der Verabschiedung des Dekrets reiste er aus Rom ab und akzeptierte es später nur unter der Bedingung, dass alle Rechte und Privilegien der Patriarchen der östlichen Kirchen unangetastet blieben. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Patriarch Maximos IV. Sa’igh der Wortführer derjenigen, die sich vehement gegen eine weitere Latinisierung der Katholischen Ostkirchen aussprachen und für eine Neubesinnung auf die eigenen östlichen Traditionen warben, und zwar in allen Bereichen des kirchlichen Lebens.
Wurde der Melkitische Klerus von 1882 bis zum Sechstagekrieg 1967 im Seminar St. Anna in der Jerusalemer Altstadt vom Orden der Weißen Väter ausgebildet, studieren die Priesteramtskandidaten seit 1972 in Raboué im Libanon.

Es ist wohl schwierig, bei der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche von einer „unierten Kirche“ im klassischen Sinn zu sprechen, da es ja nie eine ausgehandelte Kirchenunion, vergleichbar der Union von Užhorod, Brest oder Siebenbürgen, gegeben hat. Vielmehr ging der Union mit Rom ein Schisma innerhalb des Griechischen Patriarchats von Antiochien voran: Eine Seite versicherte sich daraufhin der Unterstützung durch Konstantinopel, während sich die andere Seite durch Rom legitimieren ließ. Auch wenn die Westkirche im Vorfeld unbestreitbar einen wesentlichen Anteil an diesem Schisma gehabt hat, kam es in der Folge nie zu der problematischen Entwicklung, die mancherorts den ökumenischen Dialog zwischen Orthodoxer und Griechisch-Katholischer Kirche in den ost- und südost-europäischen Ländern bis heute belastet. Die Beziehung zwischen Melkitischer Griechisch-Katholischer Kirche und dem Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Antiochien ist heute sogar so gut, dass sich beide Seiten zu der Vision einer Wiedervereinigung der beiden Patriarchate bekennen und in vielen Bereichen schon jetzt eng vernetzt zusammenarbeiten. So gibt es seit 1996 eine konstruktiv arbeitende gemischte Kommission beider Patriarchate; und seit 2002 wird das Osterfest wieder gemeinsam nach dem julianischen Kalender gefeiert.

Die Melkitische Kirche ist nach der Maronitischen heute die zweitgrößte Katholische Kirche des Nahen Ostens. Von ihr gehen viele wichtige Impulse und Initiativen für den ökumenischen Dialog in der Region aus. Sie engagiert sich darüber hinaus auch stark im Bildungsbereich und im sozial-karitativen Sektor. Besonders in Israel hat die Melkitische Kirche in den letzten Jahren mehrere beachtliche Projekte ins Leben gerufen. Ihr stark entwickeltes eigenständiges Identitätsbewusstsein wurde für die Weltöffentlichkeit während der Beerdigungsfeierlichkeiten von Papst Johannes Paul II. in Rom erlebbar, als Vertreter der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche es sich nicht nehmen ließen, dem verstorbenen Papst eigens auf Arabisch in ihrer liturgischen Tradition die letzte Ehre zu erweisen.
Quelle: www.pro-oriente.at


Gedanken zur vorösterlichen Bußzeit

»Es geht zunächst um die Frage, was uns die Fastenzeit wirklich bedeuten soll und was wir aus dieser Zeit machen wollen und sollen. Ist es nur eine Zeit, in der wir versuchen, den Winterspeck wieder los zu werden? Soll es eine Zeit der ›esoterischen‹ Erneuerung werden, weil das ja gerade ›in‹ ist – und - ach so modern? Aus den Medien können wir es immer wieder vernehmen: Es fasten doch alle irgendwie und irgendwo, vor allem Prominente drängen sich in das Rampenlicht oder lassen sich auch mal gerne für einen guten Zweck einspannen… Also kann man sich selbst – als ›Otto Normalverbraucher‹ einem solchen Megatrend, einer solchen Mode doch auch nicht verschließen!
Die gängige Auffassung sagt uns, dass Fasten lediglich eine bloße Änderung der Ernährungsweise sei, eine Vorschrift, was verboten und was erlaubt ist. Das alles aber ist – gelinde gesagt nur vordergründiger Schein! Fasten bedeutet meiner Meinung nach nun gerade nicht, dass man auf verbotene Speisen verzichtet, um dann in der Zeit nachher, etwa der Osterzeit umso mehr davon genießen kann. Fasten bedeutet auch nicht, dass wir uns bestimmte ›symbolische‹ und selbst gewählte Verzichte auferlegen, wie etwa ›Auto-‹ oder ›Fernsehfasten‹ (so wichtig dies auch sein mag!).

Fasten bedeutet einzig und allein: Hunger zu haben, diesen Hunger (gerade auch im Verzicht auf Nahrung) bis zur äußersten Konsequenz zu erspüren und in diesem Zustand des Hungers zu entdecken, dass er zunächst ein geistiger, spiritueller Zustand ist, und dass er letztendlich ein Hunger nach Gott ist und sein soll. So will uns das heutige Sonntagsevangelium geradezu aufrufen, dass wir einen Lebensstil für die Fastenzeit entwickeln, ein ›Fastenklima‹, das uns ermöglicht, uns für die lebendige Wirklichkeit Gottes zu öffnen und auf Ostern hin zu leben. Dazu soll die Fastenzeit zu einem Zeitraum der inneren und auch äußeren Reinigung werden, zur wahren und echten ›Katharsis‹. ›Katharsis‹ in der Antike meinte immer eine umfassende, reale Erneuerung, körperlich, emotional, geistig und religiös. Durch das Durchleben von Furcht und Mitleid, - etwa in der griechischen Tragödie, die selbst öffentlicher Kult, ja sogar ›Liturgie‹ war – erfuhr der Zuschauer an sich die tiefe Läuterung und Erneuerung seiner Seele!«
(Abt Michael Proházka: Aus einer Predigt zum 3. Fastensonntag)

Ein Gebet in der Fastenzeit
„Herr und Gebieter meines Lebens:  den Geist des Müßigganges, des Kleinmuts, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit gib mir nicht. 
Den Geist der Lauterkeit, Demut, Geduld und Liebe aber verleihe mir, Deinem Diener. 
Ja, Herr und König,  laß mich meine eigenen Sünden erkennen und nicht meinen Bruder und meine Schwester verurteilen - denn gepriesen bist Du in alle Ewigkeit. Amen.“

 (Gebet des Hl. Ephräm des Syrers (+373) in den Stundengebeten der Fastenzeit)


Ein herzliches Dankeschön und Vergelt’s Gott:

  • Dem »Verein der Freunde der Heilkräuter«, insbesondere ihrer Schriftführerin, Melitta Blaim, die das wunderbare vegetarische Buffet gesponsert haben!
  • Den Damen der Stiftsküche, Elisabeth Stark und Marianne Krejci, die ebenfalls sehr kreativ am Buffet mitgewirkt haben!
  • Das Benefizcafé zugunsten der Kapelle am »Geraser Advent« erbrachte den Reinerlös von
  • € 716,75.-

Ein herzliches Dankeschön den HelferInnen: Mag. Gertraud Höchtl, Edith Naszada, Sonja und Günther Rimmel, Stephanie Marzouk und Erika Dittrich!

UNSER MITGLIEDERSTAND

  • Dr. Kober Roswitha, 2700 Wr. Neustadt, beigetreten am 10. 5. 2009
  • Proházka Otto H., 1120 Wien, beigetreten am 21. 4. 2009
  • Dr. Karlinger Felicitas, 6700 Bludenz, beigetreten am 19. 8. 2009
  • Dr. Traindl-Proházka Martina, 1030 Wien,  beigetreten am 21. 12. 2009
  • Hw. Michelbach Claus Georg, D-78355 Hohenfels-Liggersdorf, beigetreten am 6. 11. 2009

 

VORSTANDSMITGLIEDER DES VEREINS
Obmann:  Abt Michael K. Proházka
Obmann-Stellvertreter: Militärpfarrer, Univ. Assistent MMag. Stefan Gugerel
Schriftführerin: Mag. Gertraud Höchtl
Stellvertreter: Mag. Dmitry Merenich
Kassier: Stephanie Marzouk
Stellvertreter: Mag. John Reves

 

Wie wird man Mitglied?

Bitte schreiben Sie ein formloses Ansuchen an den Vorstand des Vereins:
Verein zur Förderung der Byzantinischen Kapelle zur heiligen Auferstehung Christi und des seligen Jakob Kern im Stift Geras – z. Hd. Abt Michael Proházka
Stift Geras, Hauptstrasse 1,
A-2093 Geras, Österreich
Telefonnummer: +43 (0) 2912  345 202
Fax: +43 (0) 2912  345  299
Email: foerderverein@stiftgeras.at
Sie erhalten dann ein Anmeldeformular und die Statuten des Vereins zugesandt.

Bildnachweis: Alle Fotos von der Weihe der Ikonostase: © Thomas Stefal bzw. Verein zur Förderung der byzantinischen Kapelle

SPENDENKONTO : RAIBA REGION WALDVIERTEL MITTE 

Konto-Nummer: 3 848 793
BLZ: 32 990
IBAN: AT 733 299 00000 3 848 793
BIC: RLNWATWWZWE

Danke für Ihre Spende!

 

IMPRESSUM

Verein zur Förderung der byzantinischen Kapelle zur heiligen Auferstehung Christi und des seligen Jakob Kern im Stift Geras
Sitz: A-2093 Stift Geras, Hauptstr. 1,
Email: foerderverein@stiftgeras.at
Für den Inhalt verantwortlich: Obmann Abt Mag. Michael K. Proházka O.Praem.
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Besuch des Patriachen

Melkitischer Patriarch: Ost- und Westkirche einander näherbringen
Gregorios III. Laham weihte Ikonenwand im Stift Geras
25.01.2010

St.Pölten, 25.01.2010 (KAP) Für eine verstärkte Begegnung zwischen Ost- und Westkirche hat der griechisch-katholische (melkitische) Patriarch Gregorios III. Laham aus Damaskus plädiert. Bei seinem Besuch im Waldviertler Prämonstratenserstift Geras am vergangenen Samstagabend sagte der Patriarch: »Hier ist eine Stätte der Begegnung von Ost und West. Denn was uns verbindet ist mehr als das, was uns trennt.«

Anlass des Besuchs des Patriarchen war die Weihe der Ikonenwand in der byzantinischen Kapelle im Stift. Die Kapelle soll ein Zeichen sein, dass die katholische Kirche "mit beiden Lungenflügeln atmet", erklärte der Geraser Abt Michael Prohazka. Stift Geras - an der Grenze zu den Ländern Osteuropas gelegen - wolle so seine Brückenfunktion zwischen Ost und West wahrnehmen.

Die zweieinhalbstündige orientalische Liturgie wurde von einem einheimischen sowie einem melkitischen Chor mit geistlichen Gesängen in arabischer und deutscher Sprache umrahmt.

In seinen Dankesworten hob Abt Prohazka die Verdienste der melkitischen Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil hervor und bezeichnete Patriarch Gregorios III. als »wahren Brückenbauer zwischen der westlichen Tradition und der östlichen Kirche«. Er rufe immer wieder »zur gemeinsamen Allianz des Glaubens in dieser Welt« auf. Sein Kommen und die Weihe der Ikonostase sei für Geras »eine große Ehre und Auszeichnung, ein Tag des Dankes und der Freude«.

Am Schluss der liturgischen Feier überreichte der Abt dem Patriarchen eine Spende für die Fertigstellung eines Krankenhauses in Khabab in Syrien. Auch die Kollekte beim Gottesdienst kam dem Hilfsprojekt des Patriarchen zu gute.

Die mit Rom unierten Melkiten feiern die byzantinische Liturgie in der arabischen Sprache. Der Kirche gehören rund 1,6 Millionen Gläubige an, vornehmlich in Syrien, im Libanon, in Israel, Palästina, Jordanien und Ägypten. Große Diasporadiözesen gibt es in Brasilien (420.000 Gläubige), Argentinien (300.000) und Australien (45.000).

Der Besuch des Patriarchen in Geras steht auch unter einem sozialen Aspekt. Das Stift will ein Hilfsprojekt des Patriarchen – die Fertigstellung des Krankenhauses Khabab in Syrien – unterstützen und bittet um Spenden:

Raiffeisenbank Waldviertel-Mitte, Nr. 4313425, Blz. 32990, Kennwort »Khabab«.


IMPRESSUM
Herausgeber und Verleger: Förderverein für die byzantinische Kapelle zur heiligen Auferstehung Christi und des seligen Jakob Kern im Stift Geras
Sitz: A-2093 Stift Geras, Hauptstr. 1, foerderverein@stiftgeras.at
Für den Inhalt verantwortlich: Obmann Abt Mag. Michael K. Proházka O.Praem.
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